Archiv der Kategorie: Ausstellungen

Ausstellung zum Projekt

»Musikalische Grafik und grafische Notation«

Grafiken, Grafische Notation, Bilder und Installationen
11. September bis 30. Oktober 2016

In einer Ausstellung und zwei Konzerten hörten und sahen wir, wie Bilder zu Musik werden und Musik zu Bildern wird, wie künstlerische Grafik die Notation von Musik erweitert und wie Musik neue Bildende Kunst inspiriert. Die Ausstellung, die im Rahmen des Projektes Projektes »Die Kunst der Notation – Quelle für Motiv und Fuge – zwo« präsentierte Grafiken und Bilder von Kristina Heinrichs, Knut Müller, Linda Schwarz, Gabriele Sperlich, Frank Tangermann und Susanne Werdin. Von Erwin Stache wird die Installation »Partitur der Berge« zu sehen sein und von Wolfgang Heisig die Klangskulptur »Drehen und Wenden«. Auftakt war die Vernissage mit Konzert am Sonntag, den 11. September, in der Wolfgang Heisig an der Phonola u.a. drei Musikstücke uraufführte, die aus Grafiken von Gabriele Sperlich, Frank Tangermann und Susanne Werdin entstanden sind.

Wolfgang Heisig an der Phonola
Wolfgang Heisig an der Hupfeld-Phonola

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Proejektes:

Kunstkreis am Sonnabend, 24.  September 2016

Gibt es Noten, die zum Anschauen da sind?
Gibt es Grafiken, die man zum Klingen bringen kann?
Oder gibt es sogar Kunst, die das Beste aus beiden Welten, aus Bild und Musik, vereint?

In unserer Veranstaltungsreihe »Kunstkreis-Künstlergespräche« drehte sich diesmal alles um Bildende Kunst und Musik. Das Künstlergespräch fand im Rahmen der Ausstellung »Musikalische Grafik und grafische Notation« statt.

Wie ist es um das Miteinander von Kunst und Musik bestellt? In einer Reihe von Gesprächen sollte das wechselseitige Verhältnis der Musik zur Bildende Kunst in Vergangenheit und Gegenwart zum Thema werden.

Lassen sich bestimmte Akzente zwischen Bildender Kunst und Musik ablesen und was bedeuten sie dann in der jeweiligen Rezeption? Die Verortung der/s Künstlers/in, der Komponistin/en in der künstlerischen Tradition, sein/ihr Selbstverständnis und Ausblicke auf die Gestaltung markierten den roten Faden an diesem Nachmittag.

Durch die Ausstellung führte die zahlreichen Gäste, der Projektleiter Knut Müller. An diesem Tag unternahmen einige VertreterInnen des Stadtrates und der OBM eine kleine Rundreise zu den kulturellen Orten der Stadt Schkeuditz. Die art Kapella war nach dem Start im Kulturhaus Sonnen, die zweite Station. Anlass war der Auftakt zu den 20. Schkeuditzer Kulturtagen.

Finissage mit Konzert am Sonntag, den 30. Oktober in der art Kapella Schkeuditz

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Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Stadt Schkeuditz

Projekt »Schkeuditz und der Rest der Welt …« Lichtmalerei

Lichtkunst-Performance »la turbolenza«

Ein visuelles Konzert mit Lichtmalerei mit Julia Schäfer und Johannes Schmidt: Ensemble „Kopffarben“ und der  Musikerin und Komponistin Brunhild Fischer.

Veranstaltung im Rahmen des Projektes: »Schkeuditz und der Rest der Welt – Stadt des Flugzeugbaus – unbekanntes Drehkreuz«.

12. / 13. August 2016, 20 Uhr
im Historischen Straßenbahndepot in Schkeuditz

Brunhild Fischer spielt Querflöte und Julia Schäfer zaubert mit Lichtmalerei auf ihrem Zeichentablet wunderbare Bilder an die Wand
Brunhild Fischer spielt Querflöte und Julia Schäfer zaubert auf ihrem Zeichentablet wunderbare Bilder an die Wand.

» An zwei aufeinanderfolgende Abend kamen mehr als hundert Gäste in den Genuss einer musikalischen Performance mit der Musikerin und Komponistin Brunhild Fischer aus Leipzig sowie eines visuellen Konzerts mit Lichtmalerei vom künstlerischen Ensemble „Kopffarben“ mit Julia Schäfer und Johannes Schmidt. Inspiriert von dem Medium Licht, seiner intensiven Wirkung, seiner Flüchtigkeit und der Verankerung in Raum und Zeit suchen Julia Schäfer und Johannes Schmidt beständig nach Wegen, diesen faszinierenden Reiz für ihre künstlerische Arbeit und Ausdrucksformen zu nutzen. Der Ort, das historische Straßenbahndepot in Schkeuditz, mit seiner faszinierenden Jugendstil-Architektur, am Rathausplatz bot den adäquaten Raum dafür.
Text: Petra Kießling (Projektleiterin)

Informationen zu den KünstlerInnen: »Kopffarben«

Inspiriert von dem Medium Licht, seiner intensiven Wirkung, seiner Flüchtigkeit und der Verankerung in Raum und Zeit suchen Julia Schäfer und Johannes Schmidt beständig nach Wegen, diesen faszinierenden Reiz für ihre künstlerische Arbeit zu nutzen.

Kennengelernt haben sie sich 2001 und arbeiten seitdem gemeinsam an verschiedenen Projekten, immer unserem Lieblingsthema Wahrnehmung und Vergänglichkeit folgend.

Angefangen mit dem Kunstkurzfilm „Kopffarben“ (2004), der namensgebend für alle weiteren Arbeiten wurde, über die interaktive Rauminstallation „artificial room 1.0“ (2009) entwickeln sie seit 2011 das Projekt „Lichtmalerei“ beständig weiter.

Seit Juni 2012 gibt es das Ensemble KOPFFARBEN und sind seitdem sind sie als Lichtkünstler auf verschiedensten Veranstaltungen präsent. Das Spektrum der Aufführungen reicht dabei von Kultur- und Musikfestivals, über Clubs und Lesungen bis zu Firmenevents.

Zurzeit wohnen und arbeiten sie in Berlin. Ihre Auftritte finden jedoch deutschlandweit und auch international statt.

Julia Schäfer, die Malerei und Illustration studierte, ist bei dem Projekt „Lichtmalerei“ verantwortlich für die künstlerische Konzeption und Umsetzung, sowie die Erschaffung der malerischen Elemente.

Der studierte Programmierer und 3D-Artist Johannes Schmidt entwickelt die dem Projekt zugrundeliegende proprietäre Software beständig weiter. Zusätzlich animiert er live während der Show die von Julia Schäfer erschaffenen Zeichnungen und setzt sie so zu immer neuen Bildwelten zusammen.

Quelle: http://kopffarben.de/ueber-uns/

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Ausstellung »Farbenspiele«

»Farbenspiele – Bilder des Aquarellmalkurses von Petra Jensch«
31. Juli bis 4. September 2016

» Ausstellende KünstlerInnen: Gretel Bayer ~ Sigune Bürger ~
Katharina Demmler ~ Elinor Frankfurter ~ Petra Jensch ~ Konrad Lindner ~ Christina Mittag ~ Uwe Scholz ~ Gisela Steinkopf

Interessierte Gäste beim Kunstkreis zum Kulturaktionstag
Interessierte Gäste beim Kunstkreis zum Kulturaktionstag

» Laudator zur Vernissage am 31. Juli 2016: Uwe Scholz

Jeden Donnerstag von 19 bis 21 Uhr findet der Malkurs für Erwachsene in der art Kapella Schkeuditz statt. Unter Anleitung von Petra Jensch erlernen die Teilnehmer wie man mit den verschiedensten Techniken, vorzugsweise der Auqarellmaltechnik Landschaften oder Stillleben gestalten kann. Seit vielen Jahren hat dieser künstlerische Kurs seine Wirkungsstätte in der art Kapella und in größeren Zeiträumen präsentieren die Teilnehmer ihre Werke.

In diesem Jahr stellten Sie sich einige Wochen vor der Ausstellung ihrem selbst gewählten Thema »Farbenspiele«. So wurden zur Eröffnung Arbeiten gezeigt, bei denen die Farben vielleicht noch nicht ganz getrocknet waren.

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»Alex Belavin – Utopische Landschaften«

Es sind die Farben, die den
Betrachter zuerst in den Bann ziehen.

Ausstellung »Alex Belavin – Utopische Landschaften«
Malerei und Objekte
19. Juni bis 24. Juli 2016

Leipzig, ist die Stadt in der Alex Belavin mit seiner Familie seit neun Jahren lebt. Eine gewisse demütige Arglosigkeit liegt in seinen Bildern aus den letzten Jahren, erkennbare Anleihen bei Matisse und Gauguin, besonders in der Farbpalette. Es sind die Farben, die den Betrachter zuerst in den Bann ziehen. Doch typischer für Belavins Werke sind die Widersprüche in Bezug auf seine Techniken, Motive und Quellen. Auf seinem Bild »Hotel« schwimmt die Natur und die Anmutung einer menschlichen Behausung, gekennzeichnet durch eine lesbare Aufschrift, in einem purpurroten Meer.

Alex Belavin 2016 – „Utopische Landschaften“

Er lässt es darauf ankommen, das Landschaft und Lebensraum ertrinken in Zeit und Raum. Belavins Neigung zur Gleichbehandlung des Profanen (Autos) und des Natürlichen (Landschaft, Tier) ist sein einfallsreicher Schlüssel in seinen Arbeiten. Seine utopischen Landschaften sind ebenso Traumbilder, mit Farben die in gewisser Weise auf Geheimnisse und Heimlichkeiten hindeuten. Freud selbst sagte dazu: »Also heimlich ist das Wort, das seine Bedeutung nach einer Ambivalenz hin entwickelt, bis es endlich mit seinem Gegensatz unheimlich zusammenfällt«. Treffend zitiert, denn es stimmt, dass Belavins Bilder so viel zeigen, wie sie verbergen; was sie verbergen.

Alex Belavin wurde 1965 in Jekaterinburg, in Russland geboren. Erst studierte er von 1980 bis 1984 an der Kunstfachschule in Jekaterinburg. Nach seinem Grundwehrdienst begann er 1987 sein Studium an der Kunsthochschule für Malerei, Plastik und Architektur in St.-Petersburg und schloss es 1993 erfolgreich ab. Seine Ausstellungstätigkeit begann bereits 1983. Werke von Alex Belavin befinden sich in privaten Sammlungen in: England, Mexiko, Deutschland, Frankreich, USA, Schweden, Russland.

Er sagt selbst über die Utopie in seiner Landschaftsmalerei: »Ich fühle mich immer dazu verpflichtet, wenn ich Landschaften male, mich daran zu erinnern, dass sich die Bäume oder die Weite der Wiesen einmal in Ozeane des Erdöls, in Geldberge, in malerische Berge der Kohle, des Urans und anderer Bodenschätze verwandeln werden.

Deshalb sind die Bäume des Berges, die Weite in meinen Bildern in die Farben des Erfolges, des Glücks, des Blühens, der Hoffnung auf die Zukunft, in die Farben der Gesundheit, in die Farben der erfolgreichen Paarbeziehungen, in die Farben des natürlichen Todes, der nach einem langen Leben eintritt, getaucht.« Die Verschmelzung der natürlich gegebenen, vertraut wirkenden Landschaft mit der synthetischen, ja fast künstlich wirkenden Farbpalette Belavins, führt die Betrachter in imaginäre, utopische Landschaften der Träume und Visionen.
Text: Petra Kießling

Alex Belavin Vita:
1965 geboren in Jekaterinburg, 1980-1984  Studium an der Kunstfachschule in Jekaterinburg, Russland, 1987-1993 Studium
an der Kunsthochschule für Malerei, Plastik und Architektur in St.-Petersburg, seit 1983 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, seit 1994 Mitglied des Künstlerverbandes Russlands, seit 2007
Lebt und arbeitet in Leipzig

Werke von Alexey Belavin sind in privaten Sammlungen in: England, Mexico, Deutschland, Frankreich, USA, Schweden, Russland.

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»Zwei Künstler aus Tallinn in Estland« Fred Jacobson & Illimar Paul

»Zwei Künstler aus Tallinn in Estland«
Fred Jacobson & Illimar Paul
24. April bis 5. Juni 2016

»Die Idee zu dieser Ausstellung entstand bei einer Begegnung zu einer Exposition in Worpswede »Hommage für Heinrich Vogeler«, als Fred Jacobson den ersten Preis für seinen Beitrag, seine Monotypie erhielt. Leider verstarb inzwischen der Freund und Künstler, doch dieses Versprechen möchte ich hiermit einlösen.
Es sollte aber keine Kopie der Ausstellung in Worpswede werden, sondern eine Korrelation mit einer zweiten künstlerischen Position aus seiner Heimat Estland.« So begann der Laudator Gerd W. Fiedler seine einführenden Worte zur Ausstellung »Fred Jacobson Illimar Paul – Zwei Künstler aus Tallinn in Estland«.

Die Ausstellung kann sicherlich nur einen minimalen Ausschnitt aus dem jeweiligen Œuvre der beiden Künstler zeigen. Zu sehen sind von beiden Künstlern unterschiedliche Sujets und Techniken.

Kurator und Sammler Gerd W. Fiedler
Kurator und Sammler Gerd W. Fiedler

Fred Jacobson wurde 1922 in Reval (Tallinn) geboren. Als sogenannter Deutsch-Balte wuchs er dreisprachig auf (Deutsch, Russisch, Estnisch). Nach intensiven Kriegserlebnissen fand er bei Freunden in Hannover eine Bleibe. Er arbeitete zunächst als Werbegrafiker, später als freischaffender Künstler. Sein hinterlassenes Œuvre besteht vor allem aus Zeichnungen, Monotypien, Aquarellen, Batiken und Gemälden. Jacobson arbeitete figurativ, meist mit Kreide, Tusche, Bleistift und Öl. Seine Sujets waren Mensch, Natur und Technik und er arbeitete, vor allem in den 60er Jahren, an akribisch ausgefeilten Monotypien zu seinen traumatischen Kriegserlebnissen. Später kamen sogenannte »Schrottbilder«, »Baumportraits« und immer wieder Selbstprotraits. Fiedler sagt: »Er war sich selbst sein wichtigstes Modell, vielleicht nicht so sehr aus Eitelkeit, eher aus einer pragmatischen Überlegung heraus, der kostenfreien eigenen Verfügbarkeit.« Der Kurator Gerd Fiedler lernte ihn Mitte der 70er Jahre kennen, als er beim Allgemeinen Künstler-Lexikon im Seemann Verlag Leipzig, für die Bearbeitung estnischer Künstler zuständig war. Später betreute er sein Werkverzeichnis an seinem Wohnort in Hannover. Fred Jacobson starb 2013 und hinterließ als Neunzigjähriger ein umfangreiches und interessantes Lebenswerk.

Estland besuchte Fiedler bis Anfang der 90er Jahre regelmäßig und lernte über seine Arbeit auch Illimar Paul kennen und schätzen. Der Künstler Illimar Paul war selbst an diesem Tag anwesend und bedankte sich herzlich für diese wunderbare Ausstellung in der art Kapella. Er wurde 1945 in Tallinn geboren, studierte an der dortigen Kunstakademie. Sein Meisterstudium führte ihn an die HGB nach Leipzig und verbindet ihn bis heute mit Leipzig. Seine Arbeiten leben von seiner faszinierenden Zeichenkunst. Er fängt fotografische Momente, Sequenzen eines Augenblicks, ein und bringt mit dem Bleistift und seiner zeichnerischen Genauigkeit europäische Stadtlandschaften aufs Papier. In seinen farbigen Werken, wie die Siebdrucke oder die beiden landschaftlichen Zeichnungen aus einem Symposium in Schwerin, arbeitet er frei und löst sich vom Gegenständlichen. Man kann sagen, beides steht sich in seiner Arbeit wie in einem Dialog gegenüber.

Die Pianistin und Komponistin Anja Halefeldt sorgte am Flügel an diesem Eröffnungstag für die musikalischen Höhepunkte. Sie brachte Klavierstücke mit Titeln wie »Sonnen-Labyrinth«, »The Green Way« und »Leichter Sinn« aus ihrem im Juni 2016 neuerscheinenden Album »Widmungen« zur Uraufführung.

Die Ausstellung war bis zum 5. Juni 2016 in der Galerie art Kapella zu sehen. Am Sonnabend, dem 14. Mai, fand um 14 Uhr, im Rahmen des Kunstkreises, plauderte der Kurator Gerd W. Fiedler in einem Gespräch mit dem estnischen Grafiker Harry Jürgens über die Grafik Estlands in der Vorwendezeit.

Kurator: Gerd W. Fiedler
Text: Petra Kießling

Weitere Termine waren:
Finissage am Sonntag, 5. Juni 2016, ab 14 Uhr

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»to Europe« – cahier d´art – Botschaften an Europa

Bilder und Texte von 30 internationalen
KünstlerInnen und Autoren in der art kapella

»to Europe« – cahier d´art – Botschaften an Europa
13. März bis 17. April 2016

Bilder und Texte von 30 internationalen KünstlerInnen und Autoren wurden in einer Kunst-Zeitung  »to Europe« als eine gemeinsame Botschaft zusammengefasst.

Mit ihren unterschiedlichen Handschriften der zeitgenössischen Kunst entwickelten dreißig internationale KünstlerInnen, während des 15. Symposiums des »eu art networks«, im Österreichischen Burgenland, ihre individuellen Botschaften »an Europa«. Mit ihren künstlerischen Ausdrucksformen und Bildsprachen, gelingt es ihnen, Sprachbarrieren wie Grenzen zu überwinden, auch jene Grenzen, die derzeit erneut gezogen. Die Texte und Bilder in dem cahier d´art »an Europa« richtet sich einerseits an EntscheidungsträgerInnen in Europa und andererseits richtet es sich an alle EuropäerInnen.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Kurator: Wolfgang Horwath

Weitere Veranstaltungen:

Lesung: Sonnabend, 19. März 2016, 14 Uhr
Im Rahmen der Leipziger Buchmesse präsentierte
der Verlag edition lex liszt 12 aus Österreich:
Karin Ivancsics: »Aus einem Strich die Landschaft« Essays. mehr »

Finissage: Sonntag, 17. April 2016, 14 Uhr

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Ausstellung »Aus dem Häuschen«

»Aus dem Häuschen«
Druckgrafik, Künstlerbücher & Malerei
Werke von Nadine Respondek

24. Januar bis 6. März 2016

Der Ausstellungstitel »Aus dem Häuschen« klingt zunächst nach einer fröhlichen Aufforderung, oder nach entfesselter Heiterkeit.

Der Ausgangspunkt für den Titel ist allerdings eine ganz persönliche und künstlerische Auseinandersetzung mit der fortwährend stattfindenden Gentrifizierung in unseren Städten. Immobilieninvestoren haben die Quartiere der Künstler für sich entdeckt.

Aus den ehemaligen Werkstätten oder Fabrikgebäuden, in denen viele Kreative wohnen und arbeiten, sollen moderne und hochpreisige Wohnungen werden.

Vor mehr als zwei Jahren machte die Künstlerin Nadine Respondek die gleiche Erfahrung. Erst wurde ihr das Atelier, mit rund 80 weiteren KünstlerInnen in der Erich-Zeigner-Allee aufgekündigt und kurze Zeit später die Wohnung. In einem anstrengenden Prozess werden letztendlich sie mit ihrer Familie und alle anderen Bewohner aus dem Haus, in dem sie wohnten, heraus komplimentiert. Der Kampf um diese Lebensräume spiegelt sich nun in ihrer Arbeit wider. In Bild und Text setzt sie sich ganz persönlich mit diesen Erlebnissen auseinander.

Blick in die Ausstellung

Zunächst entsteht eine Collage mit unterschiedlichen Materialien und Versatzstücken, die sich dem Thema zuordnen lassen.

Aus der Collage wiederum entwickelt sie die großformatigen Malereien auf Papier. Der Text zu jedem Bild ist in Form eines Werbetextes mit ironischem Zungenschlag gefasst.

Ein Zitat aus dem Text zu »Lofts in der Alten Molkerei«:
»… Auch wenn es noch kleinere Diskrepanzen mit den derzeitigen Eigentümern (ein mittelloses, älteres Künstlerpaar) gibt, sollten Sie sich dieses Angebot genauer anschauen. … Die jetzigen Eigentümer, können sich sicher vorstellen, der neuen jungen Eigentümerschaft, die Skulpturen und Plastiken zum Materialkostenpreis zu überlassen.« Oder zum »Freistehendes Bahn-Ensemble«:
»Die Villa ist eine architektonische Perle. Kühne Architekten arrangierten Kühlturm, Bahnwärterhäuschen und Stellwerk zu einem Raumkomplex, der über Durchgänge miteinander verbunden ist. Sie werden erstaunliche Raumerfahrungen machen! …«

Die in Potsdam geborene Nadine Respondek studierte von 1998 bis 2004 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ab 2004 war sie Meisterschülerin im Fachbereich Malerei und Grafik bei Professor Ulrich Hachulla. Neben der Buchgestaltung, für die sie u.a. den Preis »Die schönsten deutschen Bücher« erhielt, konzentriert sie sich in ihrer künstlerischen Arbeit auf literarische Inhalte. Ihr Schaffen spiegelt sich in zahlreichen Radierungen, Holzschnitten und Linolschnitten sowie ihrer erzählerischen Malerei in dieser Ausstellung wider. Ihre Buchgestaltung und Buchillustrationen sind in verschiedenen Büchern hier in der Ausstellung zu sehen.

Surreal, frei assoziativ, erzählerisch entstandene Bilder sowie realistisch romantische bis zur illustrativen Druckgrafik, stehen im Zentrum dieser Ausstellung. Kolorierte Linolschnitte zeigen burleske Behausungen des Menschen, die mit phantasievollen Tieren und Figuren umringt sind. Ihre Figuren und Räume kommen wie etwas Liebenswertes daher und faszinieren so den Betrachter. Die märchenhaften Untiere, Schlangen und geflügelte Wesen wirken so, als würden sie einen direkt ansprechen und so ihre Geschichte erzählen. Ihre Druckgrafiken, wie die Linolschnitte aus dem Leporello ›Der verborgene Garten‹ oder die Radierungen aus dem Buch ›Album‹ koloriert sie und entwickelt sie damit zu Unikaten weiter.

Mit viel Erfindungsgeist malt und zeichnet sie ihre Welten mit Farbstiften, Wasserfarben oder Gouache auf Papier. In ihren Illustrationen überträgt Nadine Respondek in einer autarken Art und Weise den Inhalt des Buches in eine visuelle Geschichte und fügt dem Literarischen Text eine weitere Dimension hinzu.

Nehmen Sie sich etwas Zeit, um sich in die Kunst von Nadine Respondek einzulesen, in die surrealen Bilder und Texte. Schauen Sie sich in Ruhe die ausgestellten Künstlerbücher an. Ich wünsche Ihnen im Namen der art kapella Schkeuditz viele neue kunstvolle Erfahrungen.

Weitere Veranstaltungen waren:
Kunstkreisgespräch am Sonnabend, 6. Februar 2016, 14 Uhr
Finissage am Sonntag, 6. März 2016, ab 14 Uhr

Kuratorin/Text: Petra Kießling

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»Quelle für Motiv und Fuge« 2015

»Quelle für Motiv und Fuge« – Ausstellung und Konzerte – ein Dialog zwischen Bildender Kunst und Musik

»Quelle für Motiv und Fuge« war der Ausgangspunkt der verschiedenen künstlerischen Genres. Das Motiv steht für den individuellen Entwurf und die Fuge steht für das verbindende Element.

Erwin Stache erklärt den interessierten Gästen beim Kunstkreis seine Erfindung, eine Klanginstallation für ein Museum. Kleine mit Filzkugeln ausgestattete Automaten schlagen ganz leicht, in einer zeitlich unbestimmten Abfolge die Saiten des Flügels an.

In der Galerie art Kapella wurden vom 7. Juni bis 26. Juli 2015 Werke von insgesamt acht Komponisten und bildenden Künstlerinnen und Künstlern gezeigt. In Farb- und Klangräumen sahen die Gäste Malerei, Grafik, Installationen und Videokunst und konnten zwei konzertante Aufführungen moderner Musik u. a. von Wolfgang Heisig, Erwin Stache, Siegfried Thiele und Steffen Schleiermacher erleben.

Die künstlerische Auswahl und das korrespondierende Konzept wurde durch Knut Müller konzipiert und kuratiert. Es war ein Projekt, wo die zeitlichen und klanglichen Aspekte der Musik verbunden wurden mit den visuellen und raumgreifenden Qualitäten der bildenden Kunst. Die Werke der bildenden KünstlerInnen entstanden aus ganz unterschiedlich erlebten und verarbeiteten Bezügen zur Welt der Musik und die Kompositionen thematisieren ihrerseits genreübergreifende Elemente.

Steffen Schleiermacher streicht virtuos über die Saiten des Flügels.

Eine raumgreifende Installation von Erwin Stache war ebenfalls Bestandteil des Gesamtprojekts und war im Herbst 2015 im historischen Straßenbahndepot von Schkeuditz drei Tage zu sehen sein. Als Rahmen dieser Intervention in einem industriegeschichtlich geprägten Raum sind weitere Aufführungen neuer Musik geplant.

Zur Eröffnung am 7. Juni 2015, 14 Uhr erklangen, vor vollem Haus, Kompositionen für Klavier von Wolfgang Heisig, Knut Müller, Steffen Schleiermacher und Siegfried Thiele.

Die einführenden Worte zur Ausstellung und zum Gesamtkonzept »Quelle für Motiv und Fuge« sprach Knut Müller. Steffen Schleiermacher führte durchs Programm und brachte als Pianist folgende Musikstücke zur Aufführung:

Knut Müller – Euryale (2004)

Wolfgang Heisig – aus »Klaviertöne« (2014/2015) (Uraufführung)

» Vermaledeit
» Dunkle Zeit
» gesch.
» Es hat keinen Zweck
» Für Steffen
» Tastenwisch
» Sie will mich nicht mehr
» Beahzeha

Siegfried Thiele – Vier stille Stücke (1978)

I
II – sehr ruhig
III – (Hommage à Cl. D.)
IV – (Hommaggissimo à Cl. D.)

Steffen Schleiermacher – aus »12 Klanglandschaften im Klavier« (2000)

» Auf dem Meer
» Im Schiefergebirge
» Im Bergwerk
» In der Burgruine
» Auf der Autobahn

Kurator/Projektleiter: Knut Müller
Künstlerische Leitung: Steffen Schleiermacher

Text: Petra Kießling

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Wir danken:

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Stadt Schkeuditz

Im stillen Gedenken an Maria Köhler

Im stillen Gedenken an Maria Köhler, sie war immer auf der Suche nach Harmonie in den Gegensätzen

Maria Köhler, die Zauberin in ihrer Malerei und in ihren textilen Arbeiten ist gestorben. Am heutigen Tag, erreichte uns die traurige Nachricht, dass Maria Köhler im Alter von 80 Jahren, am Mittwoch den 4. Februar 2015, in der Herzklinik in Leipzig verstorben ist. Noch im Dezember traf ich sie in ihrem wunderbaren Häuschen in Grimma und wir sprachen über den Plan eine Publikation mit ihren künstlerischen Arbeiten und über ihr Leben zu entwickeln. Erst im Juni 2014 eröffneten wir ihre Ausstellung, mit dem Titel »Altes und Neues aus vielen Gebieten“ in der art Kapella Schkeuditz.
Aus diesem Grund, erlaube ich mir an dieser Stelle an die Künstlerin Maria Köhler zu erinnern.

Als Tochter einer Lederfabrikantenfamilie in Leipzig geboren, wuchs sie in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Grimma auf und erlernte nach dem Zweiten Weltkrieg das Gerberhandwerk. Von Anfang an arbeitete sie im elterlichen Unternehmen und auch nach der Verstaatlichung arbeitete sie weiter in der nun volkseigenen Handschuhfabrik Grimma. Ein Rationalisierungsprozess, den es auch in der DDR gab, sorgte 1975 für die Schließung des Standorts Grimma. In diesem beruflichen Ende steckte der Neuanfang für Maria Köhler. Sie entschied sich ganz bewusst für die ernsthafte künstlerische Arbeit. »Niemand wusste zu sagen, welche Ergebnisse zu erreichen waren …« Sie ging autodidaktisch mit Konsequenz und Zielstrebigkeit ihren Weg. Rainer Behrends sagte in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung im Juni 2014: »Für ihre künstlerische Entwicklung wurde die Begegnung mit dem in Schaddel nahe Großbothen lebenden Maler Horst Skorupa entscheidend. …« in dessen Künstlerkollegium sie 1978 aufgenommen wurde. »Nachdem Maria Köhler die »Schaddelmühle« und die Mitglieder des Kollegiums kennengelernt hatte, wusste sie, dass hier nicht nur ein Gleichklang künstlerischen Bestrebens vorhanden war, vielmehr ein Gleichklang hinsichtlich der Lebensführung, künstlerisches Schaffen als eine Arbeit zu begreifen, eingebunden in ein Leben mit der Natur, mit Tieren und Blumen als Basis für den schöpferischen Prozess …« führte Rainer Behrens weiter aus.

Maria Köhler lebte von frühester Kindheit an der Mulde und die gestalterische und die zerstörerische Kraft des Wassers wurde ein wesentlicher Grundstoff ihrer Arbeit. In vielen ihrer Arbeiten sind der Gegensatz von Schönheit und Zerstörung sowie die Faszination für Felsen und Wasser spürbar und sichtbar. Sie selbst sagt dazu: »Ich gehe von Farbe und Malerei aus und strebe Harmonie in den Gegensätzen an«.  Besonders durch ihre einzigartigen Textilbilder ist sie in der Kunstlandschaft aufgefallen. In diesen textilen Bildern, die nur einen Teil ihres künstlerischen Wirkens ausmachen, hat sie eine gestalterische Kraft entwickelt, deren Faszination man sich kaum entziehen kann. Hier spielt sicher das Material, die Stofflichkeit und ihre Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit dem Material eine große Rolle. In diesem Zusammenhang wies Rainer Behrends auch auf eines der Hauptwerke von Maria Köhler hin. Die 6,90 mal 2,50 Meter große Applikation mit dem Titel »12 Bilder zur Apokalypse« wird noch bis August im Stadtmuseum Döbeln gezeigt. Diese Arbeit war bereits vor 11 Jahren in der art Kapella Schkeuditz zu sehen. In der Ausstellung kann man ihre intensive Beschäftigung mit der Malerei erleben, in der sie gleichermaßen Eindrücke aus der Natur und der Welt, die sie umgibt, zu autarken Bildern entwickelte. Immer wieder arbeitete sie und probierte sie mit bescheidenen Mitteln druckgrafische Techniken aus.

Maria Köhler neben ihrem Mann beim Kunstkreis in der art Kapella

Rainer Behrends resümiert mit den Worten: »Altes und Neues aus vielen Gebieten«. Die Ausstellung erweist sich keineswegs als ein Sammelsurium heterogenen Materials, sie ist ebenso wenig bloß ein Nachweis für vielseitiges Schaffen. Sie lässt den Weg Maria Köhlers von einer Autodidaktin zur reifen Künstlerin eigenen Profil nacherleben.

Text: Petra Kießling

» zur Ausstellung »Altes und Neues aus vielen Gebieten“ in der art Kapella Schkeuditz

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